Kreisklasse A | 7. Spieltag
Eintracht Lübeck - VfB Lübeck III | 5:0 (2:0)

Die zwei Geschichten der Niederlage gegen Eintracht Lübeck

Die „Tritte Hään“ verlor das Auswärtsspiel bei der ersten Mannschaft von Eintracht Lübeck mit 0:5 (0:2) nach einem denkwürdigen Spiel, dessen Hauptakteure nicht die zwei Mannschaften waren, sondern das „Dreigestirn“ des Kreisfußballverbandes Lübeck.

Die erste Geschichte dieses Spiels, die sich mit dem eigentlichen Fußballspiel auf dem Platz beschäftigt, ist relativ schnell erzählt: Die „Tritte Hään“ konnte, nachdem noch am Morgen Yannik mit Rückenschmerzen absagen musste, mit nur zwölf Spielern bei Eintracht Lübeck an (drei Urlauber und drei Verletzte), rechnete sich aber dennoch gute Chancen aus, am Neuhof etwas mitzunehmen. Das Spiel begann auf beiden Seiten recht verhalten, keine Mannschaft konnte sich eine Feldüberlegenheit erarbeiten. Da aus dem Spiel heraus nicht viel passierte, musste ein ruhender Ball für Gefahr sorgen. Einen Freistoß aus dem rechten Mittelfeld bekam die VfB-Abwehr nicht rausgeschlagen, der Eintracht-Stürmer kam frei zum Schuss und nutzte diese Chance eiskalt aus. Auch das zweite Tor in der ersten Hälfte fiel aus einer ähnlichen Freistoßsituation, dieses Mal wurde der Freistoß jedoch leider vom eigenen Mann unglücklich mit dem Kopf abgelenkt und segelte an Björn vorbei, der auf dem Weg in die andere Ecke war.

Trotz zweifacher Unterzahl (siehe den zweiten Teil der Geschichte) konnte Eintracht Lübeck die Überzahl kaum ausnutzen und kam nur zu wenigen Torchancen (Björn rettete in der 60.min. und ein Pfostenschuss in der 65.min.); die „Tritte Hään“ hingegen schaffte es tatsächlich, sich noch die ein oder andere gute Einschusschance herauszuspielen. Jani scheiterte frei vorm gegnerischen Keeper (58.min.) und traf den Außenpfosten (68.min.). Der VfB versuchte trotz der ganzen Randgeschichten noch mal alles, um zumindest einen Punkt mitzunehmen. Eintracht wusste seinerseits nicht wirklich was aus der numerischen Überzahl herauszuholen. Als dann aber Junior verletzt draußen behandelt werden musste, kein Einwechselspieler mehr zur Verfügung stand (Eric musste kurz nach der Halbzeit verletzt raus), fiel dann doch das dritte Gegentor. Nur eine Minute später schlug Eintracht erneut zu, nach einem langen Ball in die Spitze konnte der gegnerische Stürmer den Ball an dem herausstürmenden Björn vorbei ins Tor köpfen, nun war das Spiel endgültig entschieden, da machte auch das 5:0 ein paar Minuten später nicht mehr viel aus.

Die zweite Geschichte dieses Spiels trägt dazu bei, dass man manchmal den Spaß am Fußball verliert: Wenn sich drei Akteure des Spiels, die eigentlich unauffällig im Hintergrund das Spiel leiten sollten, sich derart in den Vordergrund drängen, dann läuft eindeutig etwas schief! Das Schiedsrichtergespann (ein eigentlich erfahrener Schiedsrichter, der höherklassig pfeift, begleitet von zwei Grünschnäbeln im Alter von 15 und 16 Jahren an der Seitenlinie, die im Herrenbereich noch absolut nichts zu suchen haben) in dieser Zusammensetzung hat dafür gesorgt, dass in einem Spiel zweier Mannschaften, die eigentlich für faire Spielweise bekannt sind, unnötige Hektik und blankes Entsetzen einsetzte. Aber der Reihe nach:

Nachdem Marco in der zehnten Spielminute einen Ball verlor und diesem versuchte nachzusetzen, spitzelte ein Eintracht-Abwehrspieler den Ball weg und Marco traf ihn bei seinem ersten Foul des Spiels unglücklich leicht von hinten an der Wade. Ein völlig unspektakuläres Foul, das man wegen des unglücklichen Nachsetzens mit gelb hätte bestrafen müssen, legte der Schiedsrichter als „Nachtreten“ aus und schickte Marco mit glatt rot vom Platz – Fassungslosigkeit bei der Mannschaft, dem Trainerteam und den Zuschauern! Nachdem der erste Schock verdaut war (sowohl durch die rote Karte, als auch durch den unglücklichen Rückstand) grätschte ein Eintracht-Abwehrspieler den Ball ins, beließ es aber nicht dabei, sondern beförderte den Ball gleich ein wenig weiter weg. Henrik nahm sich den Ball und wollte gerade einwerfen, da wedelte der Schiedsrichterassistent wild herum und bat den Schiedsrichter zu sich. Nach kurzer Rücksprache zückte der Schiedsrichter erneut glatt rot, dieses Mal gegen Henrik, der gar nicht wusste wie ihm geschah. Seine Nachfrage, weshalb er vom Platz müsse, beantwortete der Schiedsrichter mit „Schiedsrichterbeleidigung“ – bei der Nachfrage in der Halbzeitpause sagte der Schiedsrichter hingegen, Henrik habe einen Gegenspieler beleidigt (dies habe ihm sein Assistent mitgeteilt). Auf die direkte Nachfrage beim Assistenten, was er denn beleidigendes gesagt haben soll, hieß es dann er habe den Gegenspieler beleidigt, den tatsächlichen Wortlaut konnte der Assistent jedoch nicht wiedergeben, stammelte etwas von „du hässlicher …“, wobei er nicht wusste, welches Wort tatsächlich folgte. Der Schiedsrichter trat dann seinem jungen, unerfahrenen Assistenten zur Seite und behauptete, der Assistent habe es ihm in der Situation eindeutig geschildert und er habe den Wortlaut auf seiner Notizkarte vermerkt (mitteilen wollte er den Wortlaut dann aber nicht). Henrik beteuerte hingegen glaubhaft, er habe den Gegenspieler lediglich abgeraunzt, weshalb er denn den Ball wegschlage, ihn aber keinesfalls beleidigt habe. Wir dürfen gespannt sein, welche Version nun in dem Schiedsrichterbericht stehen wird!

In der zweiten Hälfte sollten sich die merkwürdigen Entscheidungen nahtlos fortsetzen, wobei erst kurz vor Schluss, nachdem das Spiel bereits entschieden war, die nächsten roten Karten folgten (sollte ja schließlich ein „bunter Nachmittag“ werden): Nachdem sich Malte schön gegen zwei Mann durchgetankt hatte, erwischte ihn ein Eintrachter Abwehrbein ca. 18 Meter vorm Tor. Obwohl neben ihm noch ein weiterer Abwehrspieler stand und obwohl die gesamte VfB-Mannschaft nebst Trainerteam den Schiedsrichter lautstark anflehte, nicht noch eine rote Karte zu verteilen, legte dieser den Kontakt an Malte als Notbremse aus und stellte den Eintracht-Abwehrspieler kurz vor Schluss ebenfalls mit glatt rot vom Platz. Aber damit noch nicht genug, nachdem Jani an der Außenlinie vor den Augen des Schiedsrichterassistenten gefoult wurde, entschied der Schiedsrichter zur endgültigen Fassungslosigkeit aller Beteiligten auf Foulspiel von Jani und stellte diesen mit gelb-rot vom Platz. Auch der Verfasser dieses Berichtes wurde anschließend vom Schiedsrichterassistenten hinter die Bande gebeten (ohne vorherige Ermahnung, als Grund wurde „diskutieren“ genannt), obwohl dies gar nicht im Zuständigkeitsbereich des Assistenten liegt, aber vielleicht muss er das auch einfach nur noch lernen – er ist ja noch jung, sehr jung, zu jung für diese Spielklasse!

Mit Fehlentscheidungen in einem Spiel muss man leben und dass die „Tritte Hään“ damit leben kann und sich trotzdem zu benehmen weiß, hat diese Mannschaft in den vergangenen Jahren stets bewiesen (man denke nur an die Spiele in Dänischburg und bei AKM). Was man aber am vergangenen Sonntag erleben musste, lässt einem die Lust am Fußballsport vergehen. Das Schiedsrichtergespann scheint keine Ahnung zu haben bzw. interessiert sich nicht dafür, welche Folgen solche unberechtigten, überzogenen roten Karten für Mannschaften haben, die Woche für Woche mit einer engen Personaldecke auskommen müssen. Wegen dieser Fehlentscheidungen müssen Eintracht Lübeck und die „Tritte Hään“ nun sicherlich langwöchige Sperren der drei mit rot vom Platz gestellten Spieler überstehen – ein Umstand, der gerade angesichts der Art und Weise, wie leichtfertig der Schiedsrichter die Karten verteilt hat, fassungslos macht!

Für die „Tritte Hään“ geht es am kommenden Samstag weiter, Gegner ist auf dem Kunstrasenplatz auf der Lohmühle AKM Lübeck (06.10.2012, 17:00 Uhr).

Aufstellung:
Björn – Malte – Junior, Tense, Pisto – Pizza, Jani – Eric (50.min. Lorbas), Lorbas (45.min. Timo), Henrik – Marco

Tore:
12.min.: 0:1
27.min.: 0:2
74.min.: 0:3
75.min.: 0:4
78.min.: 0:5

Besondere Vorkommnisse:
Rote Karten für Marco (10.min.), Henrik (30.min.), einen Spieler von Eintracht (83.min.) und gelb-rot für Jani (87.min.)

SR:
Der Schiedsrichter agierte ohne jegliches Fingerspitzengefühl, traf höchst strittige Entscheidungen und wurde begleitet von zwei äußerst jungen, unerfahrenen Assistenten, die ihre Unsicherheit / mangelnde Erfahrung durch grobe Fehlentscheidungen offenbarten, dies aber mit selten erlebter Arroganz versuchten zu überspielen.

ZR: rund 50